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Die Mitte 60+ sieht sich die Dünnernkorrektur im Thal an

17. September 2025 – Schon bevor der Abstimmungstermin feststand, hatte die Mitte 60+ des Kantons Solothurn geplant, die Renaturierung der Dünnern bei Herbetswil zu besichtigen. Dass er jetzt kurz vor dem Abstimmungstermin stattfand, war also ein glücklicher Zufall. Um Hintergründe dieses Projektes kennen zu lernen, pilgerten die Mitglieder der Vereinigung nach Herbetswil ins Restaurant Reh. Dort übernahm Gabriel Zenklusen, Leiter des Amtes für Umwelt (AfU) diese Aufgabe. Da bei einem solchen Projekt vor allem viele und durchaus gegensätzliche Interessen zusammenprallen galt für das AfU der Grundsatz «Soviel wie nötig, sowenig wie möglich.» Konkret: Die Landwirtschaft möchte möglichst wenig Fläche abgeben, der Kanton dem Flüsschen mehr Platz geben um Überschwemmungen zu vermeiden. Dass sich die Umstände seit der letzten Korrektur vor rund 80 Jahren grundlegend geändert haben, zeigten eindrückliche Flugaufnahmen vom Dörfchen Oensingen aus der Zeit der letzten Dünnernkorrektur vor rund 80 Jahren und der der Beinahe-Stadt von heute. Zenklusen war es denn auch wichtig, zu betonen, dass vor 80 Jahren die Korrektur zu einem geraden Kanal durchaus sinnvoll war. Aber die immer dichtere Besiedelung sowie die Autobahn haben eine neue Ausgangslage geschaffen. Klar ist jedenfalls, dass die Kosten für den Kanton von rund 100 Mio. Franken bereits durch zweckgebundene Abgaben aus der Wassernutzung vorfinanziert sind und sich zudem auf die nächsten 20 Jahre verteilen. Von 100 Mio. Franken Steuergeldern kann jedenfalls keine Rede sein. Umstrittener Eigenmietwert Im Anschluss an das Referat konnten die Teilnehmenden die bereits renaturierte Dünnern im Thal besichtigen. Nach der Rückkehr ins Reh hatte dann Mitglied Edi Gerber das Wort. Er ist einer der grössten Kenner von Steuerfragen im Kanton und legte plakativ dar, warum er für die Beibehaltung des Eigenmietwertes ist: «Ohne Eigenmietwert gibt es keine gerechte Besteuerung.» Zu dieser Aussage gab es dann im Anschluss allerdings eine heftige Diskussion. Dabei vertieften sich die Kenner derart in die Materie, dass für die unbefangenen Teilnehmenden eigentlich nur der Schluss bleib «Es ist kompliziert». So dürfte dann bei der Entscheidfindung über Ja oder Nein bei Vielen eher das Bauchgefühl und die persönliche Situation den Ausschlag geben. Neckisches Detail am Rande: Da der Anlass wegen Umbaus in einem Zelt stattfinden musste, wollte es der Zufall, dass sich im Vorzelt gleichzeitig der Regierungsrat auf Einladung von Frau Landamman Sandra Kolly zum Apéro traf. Dabei war die gute Stimmung im Regierungsrat durch mehrere Lachsalven auch für die Versammlung zu hören. Das anschliessende Nachtessen fand dann in einem geschlossenen Raum statt.

Bei Herbetswil fliesst die Dünnern bereits in einem renaturierten Bett. In dieser Art soll sie in Zukunft auch im Gäu fliessen.